Michael Bieser ● Vita

VITA

Geboren 1967 in München, Abitur und Studium an der Fachhochschule München.

Seit früher Jugend Beschäftigung mit Fotografie und Film. Seit 2005 intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Abstrakte Fotografie und Beginn der Arbeit an der Serie "Lichtblicke".

In diesem Bilderzyklus lote ich mit rein fotografischen Mitteln die Möglichkeiten der Abstraktion in der digitalen Spiegelreflex-Fotografie aus. Dabei entwickelte sich eine eigene Formensprache, die sowohl von Dynamik als auch einer in sich stimmigen Komposition lebt.

Die Bilder sind dabei nicht beschnitten, sondern entsprechen dem ursprünglichen Aufnahmeformat, sind nicht mehrfach belichtet oder Kollagen, sondern durch einmaliges Betätigen des Auslösers entstandene „echte“ Fotografien.


PHILOSOPHIE

In den abstrakten Fotografien der Serie „Lichtblicke“ dienen alle fotografischen Parameter einschließlich des Motivs einzig und allein der Erzeugung eines vor allem subjektiv empfindbaren und nur mehr im Bezug auf kompositorische Aspekte objektiv analysierbaren Bildinhalts.

Das Motiv erfährt die Metamorphose zu einer in der Bild-Komposition zwar nach wie vor entscheidenden aber nicht mehr identifizierbaren Komponente. Ein wesentliches Merkmal dieser Fotografien ist, analog zu verschiedenen Strömungen der abstrakten Malerei, der meist komplette Wegfall des Gegenstandsbezuges.

Auf diese Weise bildet abstrakte Fotografie vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenen, einzigartigen Dynamik und Formensprache und damit, nach meiner Überzeugung, auch den weitest möglichen Kontrast zum durch das Werkzeug Kamera vermeintlich vorgegebenen Realismus. Auch hier liegt für mich der Reiz der stets durch nur einmaliges Betätigen des Auslösers entstehenden „echten“ aber eben abstrakten Fotografien. Sie lassen dem Betrachter genügend Raum sowohl seine Wahrnehmungs- wie auch seine Interpretationsfähigkeiten zu nutzen, bekanntes zu assoziieren oder gänzlich neues zu entdecken.

Die Serie „Lichtblicke“ steht auch für ein „fotografisches Reinheitsgebot“: keine Mehrfachbelichtungen oder Kollagen – keine Photoshop-Effekte, nur original Aufnahmeformate. Einzig der Einsatz der Werkzeuge der „digitalen Dunkelkammer“ ist erlaubt.