Frank Massholder ● Vita

 

1959 als Sohn einer italienisch-französischen Mutter und eines deutschen Vaters in Heidelberg geboren. mit 16 Jahren hatte er seine erste Spiegelreflexkamera und ihn ihm keimte der Wunsch, Kameramann zu werden.

Allerdings führte ihn sein Weg durch fast alle Gewerke des Filmgeschäfts bis er in einer Festanstellung (bis 31.01.2012) als Produktionsleiter in einer   Filmproduktion im Rheinland landete.

Nach dem Tod seines Vaters im Frühjahr 2011, suchte er eine Veränderung und  landete wieder bei der Fotographie.  



PHILOSOPHIE
Die Ästhetik des Ortes spiegelt sich als zentraler Punkt in den Werken Frank Massholders stetig wieder. Als vorbeiziehende Momentaufnahmen in ihrer Bewegung festgehalten oder in Form von Kurzserien hintereinander gesetzt, ohne eine durchgehende Bewegungsabfolge aufzuweisen. So zum Beispiel im Zyklus „Brücken“, indem regional verortete Brücken wie auch deren großstädtischen Pendants, in meist fünfteiligen Zyklen zweidimensional fixiert sind. In den sonst menschenleeren Fotografien, die sich rein auf die Klarheit der Architektur konzentrieren, durchkreuzen im Falle der „Brückenzyklen“ hin und wieder Passanten oder Fahrradfahrer die statische Starrheit des Bauwerks.

Auf der Suche nach der Erkenntnis, dem Verstehen und der Faszination des Lichtes fasst Massholder mehrere Konzepte unter dem Begriff ‚MASSHOLDER vs.EXIT‘ zusammen. Darunter auch das hier ausgestellte Werk S-Bahnhof Charlottenburg. Als einer der wenigen Fotografen bannte er alle U-Bahnhöfe Berlins auf „Zelluloid“ und richtet seine Linse stets auf das Licht am Ende der Treppe. Sei es der prophezeiende Wegweiser des Tageslichts gen Ausgang oder nur das künstliche Licht einer Neonröhre die auf den erhofften EXIT verweisen. Frei von den sonst eiligen U-Bahnbenutzern reduziert Massholder seine Wahrnehmung der U-Bahnhöfe  auf klare Linien, architektonische Strukturen und immer wieder das Spiel mit dem reflektierenden Licht und den daraus resultierenden Farben. Doch nicht nur cleane Orte von eigenwilliger Schönheit fesselt Massholder in seinen Werken, sondern ebenso das Ästhetische im Chaos, faszinieren den Fotografen auf ganz eigene Art und Weise. Alte Wäscherei heißteines der Werke, welches auf Anhieb nicht als solche zu erkennen ist. Bunte Graffitis zieren das alte leer stehende Fabrikgebäude, welches seinen Charme durch die farbliche Betonung,  sowie dem Zusammenspiel von Spraykunst und einem eng gewählten architektonischen Ausschnitt, erhält.

Frank Massholder schafft mit seinen Fotografien Momentaufnahmen, in denen er sein Gespür des bewussten Wahrnehmens in das Medium der Fotokunst transferiert und dem Betrachter eine ganz neue reduzierte Sichtweise von klarer Realität ermöglicht.